
Abruzzen
Kraftvolle, samtige Rotweine zeigen, wie viel Trinkfreude unkomplizierter italienischer Rotwein bieten kann. Ehrlich, herzhaft, alltagstauglich.
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Montepulciano, Trebbiano, Pecorino – die Rebsorten der Abruzzen
Der Montepulciano d'Abruzzo ist die Visitenkarte der Region — und eine häufige Verwechslungsquelle: Er hat nichts mit dem toskanischen Ort Montepulciano zu tun, sondern ist eine eigenständige Rebsorte. Die Weine sind tiefdunkel, weich im Tannin und zeigen Kirsche, Pflaume und eine leichte Lakritznote. Aus derselben Sorte entsteht der Cerasuolo d'Abruzzo, ein kräftiger, kirschfarbener Rosé mit eigener Herkunftsbezeichnung. Bei den Weißweinen liefert der Trebbiano d'Abruzzo Frische und Zitrus, der wiederentdeckte Pecorino mehr Körper und Kräuterwürze.
Klima und Böden: vom Gran Sasso bis ans Meer
Die Abruzzen sind Italiens gebirgigste Region — rund ein Drittel der Fläche steht unter Naturschutz. Vom Gran Sasso mit fast 3.000 Metern fällt das Land in nur 50 Kilometern zur Adria ab. Die Weinberge liegen dazwischen, auf kalk- und tonhaltigen Hügeln. Kühle Bergluft von Westen und milde Meeresluft von Osten treffen sich hier täglich — daher die Frische in Weinen, die man bei diesen Temperaturen nicht erwarten würde. Traditionell wird in der Pergola Abruzzese erzogen, einem Dachsystem, das die Trauben beschattet.
Wofür die Abruzzen stehen
Für ehrliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Kaum eine Region liefert auf diesem Niveau so verlässlich Alltagsweine. In der Spitze — etwa in der Montepulciano d'Abruzzo Colline Teramane DOCG — entstehen aber auch Weine mit erheblichem Reifepotenzial.
Was passt dazu auf den Teller?
Montepulciano d'Abruzzo bei 16–17 °C zu Arrosticini, den abruzzesischen Lammspießen, zu Chitarra-Nudeln mit Ragù und gereiftem Schafskäse. Cerasuolo gekühlt auf 12 °C — er verträgt deutlich kräftigere Gerichte als die meisten Rosés, etwa gegrilltes Gemüse und Fischsuppe. Trebbiano und Pecorino bei 10 °C zu Meeresfrüchten.
