Sangiovese – die Rebsorte, um die sich alles dreht
Kaum eine Region wird so mit Italien gleichgesetzt wie die Toskana, und kaum eine Region hängt so an einer einzigen Rebsorte. Sangiovese bringt Sauerkirsche, getrocknete Kräuter, einen Hauch Leder und vor allem zwei Dinge mit, die viele südliche Rebsorten nicht haben: markante Säure und griffiges Tannin. Genau das macht toskanische Weine zu hervorragenden Essensbegleitern. Im Chianti Classico ergänzen kleine Anteile Canaiolo und Colorino, in Montalcino steht der Sangiovese als Brunello ganz allein. Dazu kommen die sogenannten Supertoskaner, in denen Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah eine Rolle spielen, sowie an der Küste Vermentino für die Weißweine.
Klima und Böden: Galestro, Alberese und viel Höhe
Die Toskana ist hügelig, und das ist ihr wichtigstes Kapital. Weinberge zwischen 250 und 600 Metern sorgen für kühle Nächte, in denen die Trauben ihre Säure behalten, während sie tagsüber ausreifen. Die klassischen Böden im Chianti Classico heißen Galestro – ein bröckeliger Schiefermergel – und Alberese, ein harter Kalkstein. Beide zwingen die Rebe, tief zu wurzeln, und geben den Weinen ihre Straffheit. An der Küste, in Bolgheri und der Maremma, ist es wärmer und die Böden sind sandiger; hier entstehen weichere, internationalere Stile.
Wofür die Toskana steht
Für Herkunft mit strengen Regeln. Chianti Classico erkennt man am schwarzen Hahn auf dem Halsband, Brunello di Montalcino darf erst nach fünf Jahren in den Verkauf, davon mindestens zwei im Holzfass. Vino Nobile di Montepulciano steht dazwischen. Diese Vorgaben sind kein Selbstzweck – sie sind der Grund, warum toskanische Weine über Jahrzehnte lagerfähig sind.
Unsere Winzer aus der Toskana
Aus der Toskana führen wir unter anderem Weine von Antinori, einer der ältesten Weinfamilien Italiens. Welche Jahrgänge und Lagen aktuell verfügbar sind, sehen Sie oben im Sortiment.
Was passt dazu auf den Teller?
Die Säure des Sangiovese verlangt nach Fett und Salz: Bistecca alla Fiorentina, Wildragout, Pappa al pomodoro, gereifter Pecorino Toscano. Chianti bei 16 °C, Brunello eher bei 18 °C und mindestens eine Stunde vorher öffnen. Junge Sangiovese-Weine profitieren spürbar vom Dekantieren.
Mehr zu Herkunftsbezeichnungen und was sie wirklich aussagen, lesen Sie in unserem Magazin.