Verdicchio, Pecorino, Montepulciano – die Rebsorten der Marken
Die Leitsorte der Marken ist der Verdicchio, und er gehört zu den wenigen italienischen Weißweinen mit echtem Reifepotenzial. Jung zeigt er Zitrus, grünen Apfel und Anis, mit einigen Jahren entwickelt er Honig- und Nussnoten. Charakteristisch ist die feine Bittermandel im Abgang. Der Pecorino — die Rebsorte, nicht der Käse — war in den 1980ern fast verschwunden und ist heute einer der spannendsten Weißweine Mittelitaliens: kräftiger als Verdicchio, mit Kräuter- und Anklängen von Salbei. Bei den Roten sorgen Montepulciano und Sangiovese für Rosso Conero und Rosso Piceno, dazu die ungewöhnliche Lacrima di Morro d'Alba mit ihrem intensiven Rosen- und Veilchenduft.
Klima und Böden: zwischen Apennin und Adria
Die Marken sind nur rund 80 Kilometer breit — vom Gebirge bis ans Meer. Diese Enge prägt die Weine: Vom Apennin kommt kühle Nachtluft, von der Adria die milde, salzhaltige Brise. Die Böden sind überwiegend kalk- und tonhaltig, im Küstenbereich sandiger. Am Monte Conero, dem einzigen Kalkfelsen an der sonst flachen Adriaküste, wachsen die dichtesten Rotweine der Region.
Wofür die Marken stehen
Für ein sehr gutes Verhältnis von Qualität zu Preis. Die Region hat nie den Bekanntheitsgrad der Toskana oder des Piemont erreicht, obwohl die Weine das Niveau oft halten. Für Entdecker ist das ein Vorteil.
Was passt dazu auf den Teller?
Verdicchio bei 10 °C zu Brodetto, der marchigianischen Fischsuppe, zu Muscheln und gebratenem Fisch. Gereifter Verdicchio verträgt auch Geflügel und cremige Saucen. Pecorino zu Olive all'ascolana. Rosso Conero bei 17 °C zu Lamm und Wildschwein.
Herkunftsbezeichnungen einfach erklärt: hier entlang.