Cannonau, Vermentino, Carignano – die Rebsorten Sardiniens
Sardinien liegt weiter westlich als Tunis, und die Weine tragen diese Sonderstellung. Der Cannonau ist mit der spanischen Grenache verwandt und ergibt warme, würzige Rotweine mit reifer roter Frucht, mediterranen Kräutern und weichem Tannin. Der Vermentino ist die wichtigste Weißweinsorte — im Norden, in der Gallura, hat er als einziger Wein der Insel DOCG-Status: straff, salzig, mit Noten von Zitrone und Mandelblüte. Im Südwesten liefert der Carignano del Sulcis dichte, dunkle Weine von alten Buschreben. Dazu kommen Monica, Nuragus und die oxidativ ausgebaute Vernaccia di Oristano.
Klima und Böden: Granit, Sand und der Maestrale
In der Gallura wachsen die Reben auf verwittertem Granit — ein Boden, der Wärme speichert und dem Vermentino seine mineralische Schärfe gibt. Im Sulcis dagegen dominiert Sand, und weil die Reblaus in Sandböden nicht überlebt, stehen dort bis heute wurzelechte, teils über hundert Jahre alte Buschreben. Über allem weht der Maestrale, der kräftige Nordwestwind, der die Trauben trocken hält und die Sommerhitze bricht.
Wofür Sardinien steht
Für Eigenständigkeit. Die Insel war jahrhundertelang aragonesisch geprägt, und das zeigt sich bis heute in den Rebsorten, die man eher in Spanien vermuten würde. Sardische Weine schmecken deshalb anders als alles auf dem italienischen Festland — mediterran, kräuterwürzig und mit einer salzigen Note, die vom allgegenwärtigen Meer kommt.
Unsere Winzer aus Sardinien
Mesa und Argiolas.
Was passt dazu auf den Teller?
Cannonau bei 16–17 °C zu Porceddu, dem sardischen Spanferkel, zu Lamm mit Rosmarin und gereiftem Pecorino Sardo. Vermentino bei 10 °C zu Bottarga, Meeresfrüchten und Fregola mit Muscheln — dazu Pane carasau. Carignano del Sulcis bei 17 °C zu Geschmortem und kräftigen Käsesorten.
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