Friulano, Ribolla Gialla, Refosco – die Rebsorten des Friaul
Das Friaul im äußersten Nordosten gilt als Italiens Referenz für Weißwein. Die Leitsorte ist der Friulano: trocken, mit Noten von grünem Apfel, Mandel und einer angenehm bitteren Note im Abgang. Die Ribolla Gialla ist die älteste heimische Sorte der Region und bringt Zitrus, weiße Blüten und eine markante Säure mit. Dazu kommen Pinot Grigio, Sauvignon und Malvasia Istriana. Bei den Roten steht der Refosco dal Peduncolo Rosso für dunkle Frucht mit erdiger Würze, der seltene Schioppettino für Pfeffer und Veilchen.
Klima und Böden: Ponca, Bora und die Nähe zur Adria
Die besten Lagen des Friaul — Collio und Colli Orientali — liegen auf einem Bodentyp, den es so kaum anderswo gibt: Ponca, ein schichtweiser Wechsel aus Mergel und Sandstein, der leicht verwittert und den Reben tiefe Wurzeln erlaubt. Von Norden schützen die Julischen Alpen, von Süden kommt die milde Luft der Adria. Dazwischen weht die Bora, ein trockener Fallwind, der die Trauben abtrocknet und Fäulnis vorbeugt.
Wofür das Friaul steht
Für Handwerk am Weißwein. In den 1970ern setzte die Region als eine der ersten in Italien auf temperaturkontrollierte Gärung und Reduktivausbau — die Grundlage moderner italienischer Weißweinkultur. Gleichzeitig entstanden hier, im Grenzgebiet zu Slowenien, auch die ersten maischevergorenen Weißweine, die heute international als Orange Wines bekannt sind. Beide Schulen existieren im Friaul bis heute nebeneinander.
Unsere Winzer aus dem Friaul
Jermann und Monviert.
Was passt dazu auf den Teller?
Friulano bei 10 °C zu Prosciutto di San Daniele — eine der klassischsten Kombinationen Italiens. Ribolla Gialla zu Meeresfrüchten und gegrilltem Gemüse. Frico, der friulanische Käsefladen, verträgt beides. Refosco bei 16 °C zu Wild, Polenta und geräuchertem Fleisch.
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