
Kampanien
Im Schatten des Vesuv entstehen kraftvolle, tiefdunkle Rotweine aus uralten Rebstöcken. Eine Region mit langer Weintradition und großem Potenzial.
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Aglianico, Falanghina, Fiano – die Rebsorten Kampaniens
Kampanien besitzt eines der ältesten Rebsortenerbe Europas. Der Aglianico ergibt in Taurasi Weine, die man nicht zufällig den „Barolo des Südens" nennt: hohes Tannin, markante Säure, Noten von dunkler Kirsche, Tabak und Leder, und ein Reifepotenzial von Jahrzehnten. Bei den Weißweinen hat die Region gleich drei Herkunftsbezeichnungen im höchsten Rang: Fiano di Avellino mit Haselnuss und Birne, Greco di Tufo mit Struktur und mineralischer Spannung, dazu die zugänglichere Falanghina mit Zitrus und weißen Blüten. Am Vesuv ergänzen Piedirosso und Coda di Volpe das Bild.
Klima und Böden: Vulkan, Tuff und Höhenlage
Die Böden sind fast durchgehend vulkanischen Ursprungs — Asche und Bimsstein vom Vesuv, Tuffgestein im Hinterland von Irpinia. Weil diese sandigen, lockeren Böden der Reblaus keinen Lebensraum bieten, wachsen hier bis heute wurzelechte Reben, also Pflanzen ohne amerikanische Unterlage. Das ist in Europa selten geworden. Dazu kommt die Höhe: Die Weinberge in Irpinia liegen auf 400 bis 700 Metern, was die Lese oft bis in den November verschiebt.
Wofür Kampanien steht
Für Weißweine mit Alterungsfähigkeit — eine Eigenschaft, die man Süditalien selten zutraut. Ein guter Fiano di Avellino ist mit fünf Jahren oft interessanter als mit einem. Zusammen mit dem Aglianico ergibt das ein Portfolio, das mit dem Klischee vom leichten Süditaliener wenig zu tun hat.
Was passt dazu auf den Teller?
Falanghina bei 10 °C zu Mozzarella di Bufala, Pizza napoletana und frittiertem Gemüse. Fiano und Greco vertragen 11–12 °C und passen zu Meeresfrüchten, gefülltem Gemüse und Geflügel. Aglianico bei 18 °C, großzügig dekantiert, zu Ragù napoletano, Lamm und gereiftem Provolone del Monaco.
Herkunftsbezeichnungen verständlich erklärt: hier.
