
Latium
Rom und Umgebung bringen frische, unkomplizierte Weißweine und würzige Rotweine hervor. Italienische Weinkultur direkt aus der ewigen Stadt.
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Malvasia, Trebbiano, Cesanese – die Rebsorten Latiums
Latium ist vor allem Weißweinland. Malvasia und Trebbiano bilden die Grundlage des Frascati, der über Jahrzehnte der Hauswein Roms war: hell, frisch, unkompliziert. In den besten Ausbauten zeigt er heute deutlich mehr — florale Noten, Zitrus, eine mineralische Spur vom vulkanischen Untergrund. Bei den Roten ist der Cesanese die Entdeckung: die einzige heimische Rotweinsorte der Region mit DOCG-Status, mit Noten von Kirsche, Rose und schwarzem Pfeffer, dabei eher schlank als wuchtig. Ergänzend finden sich Bellone und Grechetto.
Klima und Böden: Vulkane rund um Rom
Die wichtigsten Anbaugebiete liegen auf erloschenen Vulkanen — den Albaner Bergen südöstlich von Rom und der Gegend um den Bolsena-See im Norden. Die Böden bestehen aus Tuffstein und vulkanischer Asche: locker, gut drainiert, mineralstoffreich. Dazu kommt die Höhenlage der Colli Albani, die für kühlere Nächte sorgt, und die Nähe zum Tyrrhenischen Meer. Das Ergebnis sind Weine mit einer salzigen, fast rauchigen Note.
Wofür Latium steht
Für eine Region im Umbruch. Jahrzehntelang produzierte Latium in erster Linie günstigen Wein für den römischen Durst — mit entsprechendem Ruf. Seit den 2000ern kehrt eine neue Erzeugergeneration zu geringeren Erträgen und heimischen Sorten zurück. Cesanese del Piglio wurde 2008 zur ersten DOCG der Region.
Was passt dazu auf den Teller?
Frascati bei 9–10 °C zu allem, was die römische Küche ausmacht: Cacio e pepe, Carbonara, frittierte Artischocken, Supplì. Cesanese bei 16 °C zu Abbacchio, geschmortem Lamm und Saltimbocca. Beide Weine sind gemacht für einfache, salzige Gerichte — nicht für aufwendige Saucen.
