Es gibt Weine, die Geschichten erzählen. Der Amarone della Valpolicella ist einer davon – ein Wein, der aus Geduld, handwerklichem Können und außergewöhnlichem Terroir entsteht. Kein anderer Wein Italiens vereint so viel Kraft, Eleganz und Komplexität.

Was ist Amarone?

Amarone della Valpolicella DOCG ist ein Rotwein aus dem Venetien, hergestellt aus getrockneten Trauben der Sorten Corvina Veronese (45–95%), Corvinone und Rondinella. Das Besondere: Die geernteten Trauben werden zunächst auf Holzrosten (graticci) für 90–120 Tage getrocknet – dieses Verfahren heißt Appassimento. Dabei verlieren die Trauben 30–40% ihres Wassers, was Zucker, Aromen und Phenole stark konzentriert.

Warum heißt er Amarone?

Der Name kommt vom italienischen „amaro“ (bitter) – im Gegensatz zum süßen Recioto, dem Vorgänger des Amarone. Die Legende besagt, dass ein Winzer in den 1930ern versehentlich einen Recioto vollständig durchgären ließ. Das Ergebnis war ein trockener, intensiver Wein – der erste Amarone.

Geschmacksprofil: Was erwartet Sie?

Amarone ist kein Alltagswein. Er ist ein Meditationswein, ein Wein für besondere Momente. Was ihn auszeichnet: tiefe Rubinfarbe mit garnetfarbenen Reflexen, intensive Nase mit Aromen von Trockenpflaume, Feige, dunkler Schokolade, Kaffee, Leder, Tabak und Gewürzen. Am Gaumen voll und samtig mit runden Tanninen, 14–17% Alkohol und einem endlosen Abgang.

Amarone vs. Valpolicella Ripasso

Für Einsteiger ist der Valpolicella Ripasso DOC ein guter Einstieg in die Amarone-Welt: günstigerer Valpolicella wird über die Amarone-Trester nachgegoren, was ihm mehr Körper und Komplexität gibt. Er ist zugänglicher und preislich günstiger, behält aber die charakteristischen Trockenfruchtnoten.

Wann und wie trinkt man Amarone?

Amarone entfaltet sein Potenzial am besten nach 8–20 Jahren Lagerung. Er wird bei 18°C in einem großen Burgunder-Glas serviert, das die komplexen Aromen optimal präsentiert. Mindestens 1 Stunde vor dem Servieren dekantieren. Ideal als Begleitung zu: Wildgerichten (Reh, Hirsch), Schmorbraten, gereiftem Hartkäse (Parmigiano Reggiano, Pecorino) oder als Digestivo nach dem Essen.

Die besten Amarone-Jahrgänge

Ausgezeichnete Jahrgänge: 2015, 2012, 2011, 2008, 2006, 2003, 1997. Der Klimawandel hat Amarone in kühleren Jahren wie 2014 oder 2017 herausgefordert, aber die besten Produzenten adaptieren sich.

Amarone kaufen – worauf achten?

Kaufen Sie Amarone bei spezialisierten Weinhändlern mit direktem Produzentenkontakt. Supermarkt-Amarone aus Großproduktionen sind oft enttäuschend. Die kleinen, familiengeführten Kellereien aus Negrar, Marano und Fumane stehen für echte Qualität.

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